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NEUHEMSBACH

Mit der Stoffmühle hat Melanie Seifert ihr Hobby zum Beruf gemacht

Rund 1000 Ballen Stoff hat Melanie Seifert in Neuhemsbach zur Auswahl. Daraus näht sie beileibe nicht nur Masken.
Rund 1000 Ballen Stoff hat Melanie Seifert in Neuhemsbach zur Auswahl. Daraus näht sie beileibe nicht nur Masken.

Das Hobby zum Beruf machen – ein Schritt, den wahrscheinlich viele gerne machen würden. Melanie Seifert hat genau das vor drei Jahren gewagt und nun dreht sich bei ihr alles um Stoff und Nadel. Seifert gründete die Stoffmühle in Neuhemsbach im März 2017. Seither hat sich das kleine gemütliche Lädchen stetig weiterentwickelt.

„Genäht habe ich schon als Kind unwahrscheinlich gerne“, berichtet Seifert von den Anfängen. Doch später habe sie das Hobby aus den Augen verloren. Als ihre beiden Töchter klein waren, fing sie wieder an zu nähen. „Und seither kann mich keiner bremsen“, lacht die Mutter von zwei Töchtern. Sie hatte fortan immer jede Menge Stoffe zuhause und ihre Freundin sagte dann einmal: „Du hast ja deinen eigenen Stoffladen.“ Als dann im Haus ihrer Schwiegereltern die Wohnung im Erdgeschoß frei wurde, wurde der Plan, ein eigenes Stoffgeschäft zu eröffnen, greifbar.

„Ich habe mit meinem Mann gesprochen und wir haben gemeinsam eine gewerbliche Stoffmesse besucht“, berichtet Seifert. Da sie keine Miete zahlen musste, war das Risiko der Geschäftsgründung überschaubar. „Natürlich kam mir da meine Ausbildung zur Steuerfachgehilfin auch sehr entgegen“, meint die 37-jährige lächelnd. Doch der Laden lief gleich zu Beginn. Mittlerweile hat sie rund 1000 Stoffballen in ihren Regalen zur Auswahl.

Nähkurse und Nähgeburtstage

Neben dem Stoffverkauf bietet sie auch Nähkurse an. „Da gibt es Anfänger und Fortgeschrittene, Kinder und Erwachsene“, erzählt die Ladenbesitzerin. Für das Nähen von Schultüten wird immer im Frühsommer ein spezieller Kurs angeboten. „Der wird wohl in diesem Jahr wegen Corona ausfallen müssen.“ Kurse können nämlich zurzeit wegen der Abstandsregelung nicht stattfinden.

Warten müssen auch die Nähgeburtstage. „Bei den Nähgeburtstagen trifft sich das Geburtstagskind mit seinen Gästen hier in der Stoffmühle.“ Gemeinsam werde dann genäht, auf Wunsch besorgt Seifert auch den Geburtstagskuchen und die Getränke. „So können übrigens nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene auf eine völlig andere Art ihren Geburtstag feiern.“

Bei den Kursen kann sie ihre Erfahrung und Kreativität immer weitergeben. „Egal ob ich etwas Neues nähe oder aus einer alten Jeans etwas Neues entsteht, mir fällt da immer etwas ein.“

Der Onlinehandel ist noch ausbaufähig

Neben dem Geschäft betreibt sie mit den Stoffen und Schnittmustern auch einen Onlinehandel. „Der ist allerdings noch ausbaufähig. Noch sind hier nicht alle Stoffe eingestellt.“ Dazu fehle ihr nämlich einfach die Zeit, denn an den Tagen, an denen die Stoffmühle geschlossen ist, geht sie noch ihrem eigentlichen Beruf als Steuerfachgehilfin nach.

„Deshalb wollte ich auch keine Behelfsmasken nähen“, lacht die Hobbyschneiderin. Doch die Nachfrage aus ihrer Kundschaft nach dem wiederverwendbaren Mund-Nasen-Schutz aus Stoff sei einfach zu groß gewesen. Verschiedene Schnittmuster wurden ausprobiert, doch gefallen hat ihr letztendlich keines: „Also habe ich selbst ein Muster erstellt, das ich auch an meine Kunden weitergebe.“

Maskenpflicht sorgt für Nachtschichten

Als die Maskenpflicht dann eingeführt wurde, habe das Telefon nicht mehr stillgestanden. „Eine Firma wollte, dass ich für sie 400 Masken nähe. Das konnte ich natürlich nicht bewerkstelligen.“ Eingespannt wurden dann ihr Mann und ihre Mutter. „Mein Mann hat den Draht eingezogen und meine Mutter die Gummis.“ Sie selbst habe an der Nähmaschine Nachtschichten eingelegt. Mittlerweile habe sich das Maskengeschäft aber wieder beruhigt. „Doch die Kunden, die nach Stoff schauen, nehmen immer noch gerne eine Stoffmaske mit.“

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